-1980-

Für die Jugend ist es schwer geworden, sich zu orientieren, das Establishment ist gefestigt, Konsumgüter sind nicht mehr ganz so erstrebenswert und die 68er selber schon Eltern mit Krawatte. Auch auf E.T. haben wir vergeblich gewartet. Schwindende Religiosität, Sinnes- und Angstkrisen machten durch die Punkbewegung auf sich aufmerksam. Null Bock auf ein ansprechendes Design oder eine zeitgemäße Motorisierung hatte auch VW, als der T3 Bus vorgestellt wurde. Die Ingenieure hatten ihr Konzept für den neuen Bus nur unter der Auflage durchgebracht, den luftgekühlten Heckmotor beizubehalten. Eine Fehlentscheidung, wie sich zeigen sollte, der schwache 50 PS Motor war überfordert und sein 70 PS Bruder hatte enormen Durst. Eines war VW aber gelungen, der Bus war ein wahres Raumwunder und ein überaus universell einsetzbares Arbeitsgerät. Emotionsgeladen war dieser Gebrauchsgegenstand zu seiner Zeit nicht, 40 Jahre nach Produktionsbeginn hat man ihm, auf der Hippiebus- und Retrowelle surfend, schlussendlich doch noch den Namen Bulli umgehängt und ihn gewinnbringend zum Kultmobil erklärt!     

NULL BOCK

DER T3

Kurzfristig benötigt die Thalia Filmproduktion einen Produktionsbus. Die Firma, die im selben Jahr von der zur ersten österreichischen Filmproduzentin avancierten ehemaligen Sekretärin, übernommen wurde, startet durch. Einzig ein gebrauchter T 2 B oder dieser ausgestellte 50 PS  Transporter, mit dem gerade in Wien die allgemeine Typengenehmigung für alle Busse durchgeführt wurde, sind sofort verfügbar. Die erste Produktion führt ihn nach Italien, wo er von gnadenlosen Fahrern über glühend heiße Autobahnen gepeitscht wird. Auf der Rückfahrt kurz vor Wien dann der erste Motorschaden. 20 Jahre dient der Bus bei unzähligen Produktionen und transportiert Filmlegenden wie Qualtinger, Brandauer, Axel Corti und viele mehr. Mitte der 90er Jahre nimmt der Junior den Wagen in seine Obhut. Der Wagen, der seit 40 Jahren immer im Freien stand, dient nun hart für Baustellen und Entrümpelungen. Er darf fortan nie mehr auf salznassen Straßen oder mit zu hoher Geschwindigkeit bewegt werden. Zum nachhaltigen Umweltschutz bedarf es eben nicht nur einer besonderen Technik, sondern vor allem eines Umdenkens beim Nutzer derselben.