ONLY THE GOOD DIE YOUNG

-1958-

Die Rennfahrer des vergangenen Jahrhunderts waren wilde Draufgänger in aufwendig frisierten Rennmaschinen, ohne jeden Schutz den Naturgewalten ausgesetzt. Einige bezahlten dafür mit ihrem Leben wie etwa der erst 28 Jahre alte James Dean in seinem Porsche, dessen schärfste Konkurrenz aus Wien kam: Wolfgang Denzel war schon vor dem Krieg eine Legende, erst mit Motorrädern, später mit Autos gewann er fast jedes Rennen, an dem er teilnahm. Zusätzlich war er eine beindruckende Persönlichkeit und ein kluger Geschäftsmann. Mit diesen Fähigkeiten ausgestattet, konzipierte er Ende der 1940er Jahre ausgehend von Porsches Kübelwagen einen Rennwagen, der weltweit zur Legende werden sollte. Der ultraleichte Aluminium Sportwagen mit dem eigens konstruierten Monocoque Fahrgestell verfügte über einen bis ins Letzte umgebauten und optimierten VW-Denzel Motor, der Porschepiloten das Fürchten lehrt. Die 62 gebauten Fahrzeuge waren erfolgreich auf Rennstrecken weltweit und sind heute der heilige Gral aller VW Sammler.

 

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Denzel Serien Super DK 156

Rechtzeitig zum Pariser Autosalon 1958 war der 56. Denzel in Paris eingetroffen und faszinierte das Internationale Publikum. Sein Erstbesitzer lebte indes über dem Ozean in Dayton/Pennsylvania. Der rennbegeisterte Fred Rush, genannt „Fast Freddy“, hatte sein Hobby zum Beruf gemacht und dirigierte mit seiner Fahne das Konzert heulender Motoren vom Start bis ins Ziel. 1961 kehrte der Wagen zurück nach Wien zu Gerhard Heller. Die Heller Film beeinflusste den Geschmack der 1950er Jahre erheblich, denn sie produzierte Kinowerbefilme für potente Kunden wie Maggi. Bereits nach einem Monat verunglückte der Rennwagen jedoch schwer. Der Denzel wurde dabei völlig zerstört und sein Pilot kämpfte ums Überleben. Schwer gezeichnet ging Gerhard Heller mit erst 50 Jahren in Ruhestand und verkaufte seine Firma. Der Seriensuper wurde in seine Bestandteile zerlegt und überlebte wie durch ein Wunder auf einem Dachboden, bis ihn der Gründer dieser Sammlung wachküsste.